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Ein geschenkter Tag- Ein Bericht vom Ötztaler Radmarathon 2017

Ein Radsportereignis der Superlative ist der Ötztaler Radmarathon mit Start und Ziel in Sölden. Als eine der größten Herausforderungen für Rennradsportler im alpinen Raum bietet dieser Wettkampf 227km über insgesamt 4 herrliche Alpenpässe und damit 5500 Höhenmeter.

Das Wetter am letzten Augustsonntag meinte es sehr gut mit den etwa 4300 Startern. Auch die zwei Teilnehmer des TSV Harburg Alexander Jung und Martin Treimer standen an diesem Tag sehr zeitig auf, damit sie um 5:45Uhr und damit etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Start hinter der Linie Aufstellung nehmen konnten. Zu Beginn des Rennens führt der Kurs das Ötztal hinab bis nach Ötz. Nach dieser ersten reichlichen halben Stunde liegt der gefahrenen Schnitt bei unglaublichen 52km/h. Das dies trotzdem ohne nennenswerte Anstrengung zu erreichen ist, liegt neben der abschüssigen Strecke natürlich am Windschattenfahren im riesigen Teilnehmerfeld.

Doch mit dem Beginn des Anstieges zum Kühtai ist Schluss mit lustig. Auf 18km Strecke wollen 1200 Höhenmeter überwunden werden. Nach der rasanten Abfahrt Richtung Innsbruck, auf der man schnell über 110km/h unterwegs ist, geht es die alte Brennerstraße hinauf. Für die wunderschönen Ausblicke auf die Bergiselschanze und hinab auf Innsbruck ist auch Zeit, allerdings geht die Hatz hinauf zum Brenner in mehr oder weniger großen Gruppen auch immens schnell. Die Steigungsprozente sind nicht allzu schwer, werden doch auf einer Strecke von 39km zur österreichisch-italienischen Grenz nur 780 Höhenmeter überwunden. Nach der Abfahrt nach Sterzing geht es auf dem landschaftlich wunderschönen Jaufenpass hinauf auf 2090m. Die nächste Abfahrt nach St. Leonhard hinunter auf 750m lässt noch einmal kurz verschnaufen bevor der letzte und härteste Anstieg des Tages auf das Timmelsjoch ansteht. Auf einer Länge von über 28km geht es hinauf auf 2500m. Die schier endlosen Kehren konnten wir uns 2 Tage vorher im Fernsehen anschauen, denn das Eintagesrennen hatte Premiere im Kalender der Radprofis, welches kein geringerer als der Tscheche Roman Kreuziger für sich entscheiden konnte. Auch für uns hatte die Bergaufschinderei ein Ende an der Mautstation hoch über dem Ötztal. Die restlichen Kilometer hinab nach Sölden sind nur noch Kür und der Zieleinlauf zwischen dicht gefüllten Zuschauerreihen ein Genuss.

Obwohl Alexander Jung und Martin Treimer während des Rennens nicht gemeinsam unterwegs waren, trennten sie im Ziel nur wenige Minuten (Jung 8:48h Platz 557, Treimer 8:55h Platz 647). Aus dem Donau-Ries-Gebiet gab es weitere Starter, eine Klasse für sich einmal mehr Thomas Blattner aus Altisheim in 7:41h (Platz 71). Den Gesamtsieg bei den Männern holte sich der Italiener Stefano Cecchini in 6:56h, bei den Frauen siegte die Schweizerin Laila Orenos in 7:50h.

 

Alexander Jung im Anstieg an einem wunderbaren Radsporttag

Die zwei Starter vom TSV Harburg- Martin Treimer (links) und Alexander Jung begeistert nach dem Zieleinlauf

Martin Treimer auf dem Weg zum Timmesjoch