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Challenge in Roth

Challenge in Roth – Starker Auftritt von Carola Wild über die Ironman Distanz

Am vergangenen Sonntag fand das alljährliche Highlight der Triathlonsaison in der Region statt: die 10. Challenge in Roth – ein echte Herausforderung über die Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Schwimmen. Unter den insgesamt 3261 Einzelstartern und 641 Staffelteams waren dieses Jahr auch Athleten aus dem Landkreis: Helmut König vertrat den TSV Harburg Rehafit würdig, Carola und Wolfgang Wild aus Wittesheim starteten für das La Carrera Triteam Rothsee, Peter Schermbacher und Reiner Schreiber aus Monheim komplettierten das Team. Überglücklich über seine sehr gute Leistung ist Helmut König vom TSV Harburg Rehafit: Er legte die 3,8 km im Wasser in 1:18 Stunden zurück, was für ihn als eher gebremster Schwimmer eine sehr respektable Leistung darstellt. Seine stärkste Disziplin, das Radfahren, lag ihm ebenfalls: Er war knapp sechs Stunden unterwegs und genoss die gute Stimmung durchweg. Beim Laufen hatte er hin und wieder mit Krämpfen zu kämpfen, aber hier setzte er sich dank seiner Wettkampfhärte durch, biss auf die Zähne und ignorierte den Schmerz. Er finishte nach 4:15 Stunden Marathonlauf in insgesamt 11:20 Stunden. Da er sich diszipliniert und über ein Jahr hinweg konsequent vorbereitet hat, war es für niemanden überraschend, dass er diesen Tag siegreich absolvieren würde – für ihn war es ein ganz besonders gutes Feeling, dass so viele Menschen ihn auf der Strecke unterstützt und angefeuert haben.

Ganz besonders gut gelungen ist allerdings Carola Wild die Aufgabe des Jahres: Sie ließ alle Männer aus der Region deutlich hinter  sich und finishte als zweite Frau aus dem Landkreis nach Andrea Bugar (TSV Harburg im Jahr 2000) beim Traum aller Triathleten in Roth. Ihre Renntaktik ging bis zum Ende hin auf: Als sie um 6:45 Uhr zum Schwimmstart ins Wasser ging, grauste es ihr noch vor dem vor ihr liegenden langen Tag, doch als sie nach eineinviertel Stunden wieder aus dem Wasser stieg – wohlgemerkt fünf Minuten eher als erhofft – war ihr klar, dass dies ihr Rennen wurde. In ihrer Lieblings- und Paradedisziplin, dem Radfahren, legte sie sich mächtig ins Zeug und fuhr in fünf Stunden und 39 Minuten über die zwei Runden, begleitet von Gänsehautfeeling am Solarer Berg, wo die Zuschauer dicht gesäumt standen und alle Athleten lautstark anfeuerten. Auch in der letzten Disziplin, dem Marathonlauf, konnte sie sich auf ihre Kampfkraft und Härte verlassen. Sie legte ihn in beachtlichen 3:58 Stunden zurück – das schafft so mancher nicht, wenn er vorher nicht radeln oder schwimmen muss! Mit dieser grandiosen Leistung, deutlich schneller als erwartet, erzielte sie mit einer Gesamtzeit von elf Stunden und 34 Sekunden den 59. Platz unter allen Athletinnen! „Im Zieleinlauf bin ich nur geflogen, es war Freude pur und meine Zeit konnte ich gar nicht fassen – das war einfach viel zu schnell“, so ihr Fazit eines sicherlich unvergesslichen Renntages. Ihr Ehemann Wolfgang hatte etwas Mühe mit der großen Hitze, die ihm sehr zu schaffen machte. Umso größer ist seine Leistung im Laufen einzuschätzen, da er nach  1:17:19 Schwimmzeit und 5:50 Stunden Radfahren Magenprobleme bekommen hat und sich kraft- und saftlos fühlte. Erst als der heiß ersehnte Regen einsetzte, war ihm klar, dass auch er ins Ziel kommen würde. Nach 5 Stunden Kampf gegen sich selbst beim Laufen und insgesamt 12 Stunden und 17 Minuten finishte auch er erfolgreich. So ein Ironman ist eben verdammt lang, vor allem, wenn man gegen seine schnelle Frau antreten muss! Für die beiden Monheimer Reiner Schreiber (1:18 Schwimmen, 6:30 Radfahren, 5:57 Laufen, gesamt: 14:07 Stunden)  und Peter Schermbacher (1:18 Schwimmen, 6:17 Radfahren, 4:45 Laufen, gesamt: 12:31 Stunden) verlief das Rennen ebenfalls erfolgreich, beide haben sich als verlässliche Triathleten bewiesen.

Unabhängig von der letztlich erzielten Zeit: Wer in der drückenden Hitze über so ein anspruchsvolles Rennen in Roth durchkommt, ist hart im Nehmen. Um sich eine Vorstellung davon zu machen, wie entbehrungsreich das Leben der Athleten vor dem Wettkampf ist: Carola Wild z.B. legte im Jahr 2011 bis zum Wettkampftag 140 km Schwimmtraining, 4200 Radkilometer und 1200 km in den Laufschuhen zurück – und das bei ganz normaler Berufstätigkeit. Die anderen Athleten weisen ähnliche Trainingsumfänge auf. Dass dabei nicht viel Zeit für anderes bleibt, liegt auf der Hand. Umso mehr Grund für alle fünf Athleten, sich nunmehr richtig zu freuen und gut zu regenerieren, sie haben es sich mehr als verdient!