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Tipps vom Top-Athleten

Die Läufer des TSV Harburg haben sich eine Trainingsstunde mit Tobias Gröbl ersteigert. Der legt großen Wert auf Aufwärm- und Koordinationsübungen

Donauwörth/Harburg Tobias Gröbl ist früh aufgestanden. Um 5 Uhr klingelte sein Wecker. „Zurzeit trainiere ich auch zweimal am Tag“, berichtet der Top-Läufer, der im vorigen Jahr die Deutsche Meisterschaft im Crosslauf über die Mittelstrecke gewann. 13 Stunden nach der morgendlichen Trainingseinheit hat der in Itzing wohnhafte Athlet wieder die Laufschuhe angezogen. Dieses mal rennt er aber nicht allein durch die Gegend. In seinem Schlepptau befindet sich ein Dutzend Läufer des TSV Harburg. Die Abteilung Leichtathletik/Triathlon hat bei der Aktion unserer Zeitung für die Kartei der Not, dem Hilfswerk unserer Zeitung eine Trainingsstunde mit Gröbl ersteigert.

An diesem Abend im Stauferpark-Stadion in Donauwörth – dort trainiert der TSV im Sommerhalbjahr unter Anleitung von Alex Jung jeden Dienstag – gibt der 30-Jährige den ambitionierten Hobbysportlern, die zahlreiche Wettbewerbe bis hin zum Marathon oder sogar Iron-Man-Triathlon bewältigt haben, zahlreiche Tipps, zeigt Übungen und beantwortet Fragen zu seiner Person und zum Laufen allgemein.

Vier-Kilometer-Runde zum Aufwärmen

Großen Wert legt Tobias Gröbl auf das Aufwärmen vor jeder Trainingseinheit und vor jedem Wettkampf. Daher bittet er die TSV-Läufer mit ihrem Abteilungsleiter Helmut König gleich zu einer lockeren Vier-Kilometer-Runde. Die führt aus dem Stadion hinaus in die Wörnitzauen. Der Grund: „Es ist für die Bänder und Sehnen gut, wenn man auf unterschiedlichen Belägen läuft.“ Selbstverständlich sollte deshalb jeder Mittel- oder Langstreckenläufer auch mindestens zwei Paar Schuhe haben, die er abwechseln anziehen kann. Wichtig sei die Reihenfolge der Aufwärmübungen: „Erst den Oberschenkel dehnen, dann die Wadenmuskulatur und dann den Oberkörper.“ Große Bedeutung misst Gröbl der Körperkoordination bei: „Ein optimaler Laufstil verbessert auch die Zeiten.“

Gröbl, der für die LG Zusam startet und gerade ein zehntägiges Trainingslager in Italien absolviert hat, läuft zwischen 90 und 110 Kilometer pro Woche: „Im Vergleich zu meinen Konkurrenten ist das wenig. Die rennen bis zu 180 Kilometer.“ Jedes Jahr im Spätsommer legt Gröbl eine mehrwöchige Laufpause ein. In dieser Zeit fährt er mit dem Rad oder schwimmt, um dem strapazierten Körper eine Ruhephase beziehungsweise etwas Abwechslung zu gönnen.

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung

Einen speziellen Ernährungsplan habe er nicht, verrät der Top-Athlet zur Überraschung seiner Zuhörer, die sich an dem nasskalten Abend um ihn versammelt haben. Er achte freilich darauf, sich „ausgewogen zu ernähren“. Erhebliche Vorbehalte hat er nach eigenen Angaben gegen pauschale Fitnesspläne, die in sogenannten Fachzeitschriften angepriesen werden. „In acht Wochen zum Halbmarathon“ – wer sich als Untrainierter beispielsweise auf ein solches Unterfangen einlasse, brauche sich nicht wundern, wenn er anschließend körperlich total kaputt sei.

Nach fast eineinhalb Stunden des Fachsimpelns geht es zum Intervalltraining auf die Rundbahn des Donauwörther Stadions. Hier bilden die TSV-Läufer erfahrungsgemäß je nach Leistungsstärke verschiedene Gruppen. An diesem Abend machen alle die Innenbahn frei für Tobias Gröbl. Denn der spult noch sechsmal 1000 Meter ab – in jeweils knapp drei Minuten. Die Vorbereitung auf den angestrebten Saisonhöhepunkt hat für den Itzinger bereits begonnen. Im Juli möchte er bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Ulm im Wettbewerb über die 5000 Meter dabei sein.

Tipps vom Top-Athleten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/sport/Tipps-vom-Top-Athleten-id24794751.html

Tipps vom Top-Athleten
Hoch die Arme – auf Koordinationsübungen legt Tobias Gröbl (Mitte) großen Wert, wie er bei einer Trainingsstunde mit den Läufern des TSV Harburg deutlich machte. Links neben Gröbl ist Abteilungsleiter Helmut König zu sehen. Foto und Text: Wolfgang Wiedemann